Unterlagen für den Hausverkauf: die Mappe, die verkauft

Stand: August 2026 · Verkaufsklar Redaktion · Fachliche Prüfung: folgt mit Reviewer-Onboarding

Für den Hausverkauf brauchen Sie: aktuellen Grundbuchauszug, Flurkarte, Wohnflächenberechnung, Baupläne, gültigen Energieausweis, Modernisierungsnachweise und Grundsteuerbescheid; bei Wohnungen zusätzlich Teilungserklärung, WEG-Protokolle und Hausgeldabrechnungen, bei vermieteten Objekten Mietverträge und Abrechnungen. Käuferbanken finanzieren ohne diese Mappe nicht, deshalb gehört die Beschaffung an den Anfang des Verkaufs, nicht ans Ende.

Warum die Unterlagen über den Preis mitentscheiden

Unterlagen wirken wie Verwaltung, sind aber Verhandlungsmacht: Jede fehlende Position ist ein Abschlagsgrund, jede belegte eine verteidigte Preisstelle, und ohne die Kern-Mappe bekommt Ihr Käufer schlicht keine Finanzierung. Im Verkaufsablauf steht die Beschaffung deshalb an zweiter Stelle, direkt nach der Bewertung und klar vor dem Inserat.

Die Kernliste für jedes Objekt

UnterlageWoher / KostenWofür entscheidend
Grundbuchauszug (max. 3 Monate)Grundbuchamt, 10–20 €Eigentum, Lasten; Pflicht für jede Käuferbank
Flurkarte / LiegenschaftskarteKatasteramt, ca. 15–60 €Grenzen und Fläche schwarz auf weiß
Wohnflächenberechnung (WoFlV)Bauunterlagen / Architektdie wichtigste Einzelzahl; falsche Flächen sind Streitquelle Nr. 1
Baupläne, Baubeschreibung, StatikBauarchiv des BauamtsSubstanzfragen, Umbaupotenzial; langsamster Beschaffungsposten
Energieausweis (gültig, 10 J.)Aussteller, 60–150 €Pflicht ab Besichtigung, Bußgeld bis 10.000 €
Modernisierungsnachweiseeigene Rechnungenverteidigen Zustand und Preis in jeder Verhandlung
Grundsteuerbescheideigene Unterlagenlaufende Kosten, Gemarkungsdaten für Anträge
ggf. Baulasten- / AltlastenauskunftBauaufsicht / Umweltamtnimmt Käufern den Abschlags-Joker, bevor sie ihn ziehen

Die Zusatzlisten: Wohnung, vermietet, geerbt

Beschaffung mit Plan: die Zwei-Wochen-Strategie

Beginnen Sie mit dem langsamsten Posten: Bauarchiv anfragen (Pläne, Baubeschreibung), parallel Grundbuchauszug und Flurkarte bestellen, Energieausweis prüfen und bei Ablauf erneuern, dann die eigenen Ordner nach Rechnungen und Nachweisen durchforsten. Wer die druckbare Checkliste abarbeitet, hat die Mappe in zwei bis vier Wochen komplett, und verhandelt ab dann aus der Position dessen, der jede Frage schriftlich beantworten kann. Makler übernehmen die Beschaffung übrigens als Kernleistung; woran Sie gute erkennen, steht in der Makler-Auswahl.

Sonderfall: nur einen Hausanteil verkaufen

Wer nicht das ganze Haus, sondern nur seinen Miteigentums- oder Erbanteil verkaufen will, kann das rechtlich jederzeit, notariell beurkundet wie jedes Grundstücksgeschäft, bei Erbanteilen mit Vorkaufsrecht der Miterben (§ 2034 BGB). Praktisch ist der Markt dafür winzig: Fremde kaufen sich nicht in Gemeinschaften ein, und gewerbliche Anteilsankäufer zahlen hohe Abschläge. Die besseren Wege führen fast immer über die Gemeinschaft selbst: Verkauf an die Miteigentümer zur fairen Auszahlungsrechnung, gemeinsamer Verkauf des Ganzen, und erst am bitteren Ende die Teilungsversteigerung. Auch dafür gilt der erste Schritt dieser Seite: Wert und Unterlagen zuerst, denn ohne beides lässt sich weder fair auszahlen noch gemeinsam verkaufen.

Häufige Fragen

Welche Unterlagen brauche ich für den Hausverkauf?

Die Kernliste: aktueller Grundbuchauszug, Flurkarte, Wohnflächenberechnung, Baupläne mit Baubeschreibung, gültiger Energieausweis, Modernisierungsnachweise, Grundsteuerbescheid und bei Bedarf Auszüge aus Baulastenverzeichnis und Altlastenkataster. Bei Eigentumswohnungen kommen Teilungserklärung, WEG-Protokolle, Hausgeldabrechnungen und Rücklagenstand dazu, bei vermieteten Objekten Mietverträge und Abrechnungen.

Welche Unterlagen verlangt die Bank des Käufers?

Mindestens Grundbuchauszug, Flurkarte, Wohnflächenberechnung, Baupläne, Energieausweis und Fotos, bei Wohnungen zusätzlich die Teilungserklärung. Ohne diese Mappe gibt es keine Finanzierungszusage, und ohne Finanzierungszusage keinen belastbaren Käufer: Fehlende Unterlagen verzögern deshalb nicht nur, sie gefährden Abschlüsse.

Wo bekomme ich die Unterlagen her?

Grundbuchauszug beim Grundbuchamt (10 bis 20 Euro), Flurkarte beim Katasteramt, Baupläne im Bauarchiv des Bauamts, Energieausweis vom Aussteller, WEG-Unterlagen vom Verwalter. Rechnen Sie je Behörde mit Tagen bis wenigen Wochen; das Bauarchiv ist oft der langsamste Posten und gehört deshalb an den Anfang.

Wie aktuell müssen Grundbuchauszug und Energieausweis sein?

Der Grundbuchauszug sollte für Käufer und Banken nicht älter als drei Monate sein; der Notar ruft vor Beurkundung ohnehin den Tagesstand ab. Der Energieausweis gilt zehn Jahre ab Ausstellung und muss bei Besichtigung vorliegen; ein abgelaufener Ausweis muss vor der Vermarktung erneuert werden.

Was passiert, wenn Baupläne oder Wohnflächenberechnung fehlen?

Pläne lassen sich im Bauarchiv nachbestellen oder vom Architekten rekonstruieren, die Wohnfläche kann ein Vermesser oder Architekt neu berechnen (einige hundert Euro). Verkaufen ohne belegte Wohnfläche ist riskant: Falsche Flächenangaben sind einer der häufigsten Gewährleistungsstreits nach dem Kauf.

Kann ich auch nur meinen Hausanteil verkaufen?

Rechtlich ja: Ein Miteigentumsanteil ist verkäuflich, notariell wie jedes Grundstücksgeschäft. Praktisch findet sich außerhalb der Familie kaum ein Käufer, denn niemand kauft sich in eine fremde Gemeinschaft ein; marktüblich sind der Verkauf an Miteigentümer, die Auszahlung oder der gemeinsame Verkauf des Ganzen. Bei Erbanteilen gilt Ähnliches, inklusive Vorkaufsrecht der Miterben.

Welche Unterlagen braucht der Notar für den Kaufvertrag?

Die Objektdaten (Grundbuchstand ruft er selbst ab), Personalien beider Seiten, den Kaufpreis samt Zahlungsweg, Angaben zu mitverkauftem Inventar und zur Lastenfreistellung Ihrer Grundschulden sowie bei Erbfällen den Erbnachweis. Die Käuferbank liefert die Grundschuldbestellung für die Finanzierung direkt zu.

Wie lange dauert die komplette Unterlagen-Beschaffung?

Wer bei null startet, braucht realistisch zwei bis vier Wochen, mit Bauarchiv-Wartezeiten auch länger. Deshalb ist die Beschaffung Schritt zwei des Verkaufs, direkt nach der Bewertung und vor dem Inserat: Ein Interessent mit Finanzierungswunsch wartet keine drei Wochen auf Ihre Wohnflächenberechnung.