Gründerzeit-Wohnhausfassade mit Stuck und Balkonen im Morgenlicht

Wohnung verkaufen: Der Leitfaden für Eigentumswohnungen

Vom Wert über die WEG-Unterlagen bis zur Übergabe. Mit den Besonderheiten, die Wohnungsverkäufe wirklich entscheiden: Gemeinschaft, Hausgeld, Rücklage.

KostenlosErgebnis sofort sichtbarAmtliche Bodenrichtwerte
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WEG-Unterlagen, die Käufer und Banken sehen wollen
15–25 %
typischer Abschlag beim Verkauf mit laufendem Mietvertrag
0 €
kostet die erste Werteinschätzung Ihrer Wohnung
3–5
Monate typische Verkaufsdauer bei marktnahem Preis

Der Ablauf in 5 Schritten

Wie beim Haus, nur mit einem zusätzlichen kritischen Schritt: den Unterlagen der Eigentümergemeinschaft.

  1. 1

    Wohnungswert ermitteln

    Woche 1

    Bei Wohnungen zählt die Mikrolage doppelt: Etage, Ausrichtung, Balkon, Stellplatz und der Zustand des Gesamtobjekts bewegen den Preis oft stärker als ein paar Quadratmeter. Die Ersteinschätzung liefert die Spanne, das Hausgeld und die Rücklage verfeinern sie.

  2. 2

    WEG-Unterlagen zusammenstellen

    Woche 1–2

    Der Schritt, der Wohnungsverkäufe von Hausverkäufen unterscheidet und der am häufigsten unterschätzt wird. Ohne Teilungserklärung und Protokolle finanziert keine Bank. Die komplette Liste steht unten.

  3. 3

    Vermarktungsweg und Exposé

    Woche 2–4

    Makler oder privat, dann Fotos, Grundriss und ehrliche Angaben zu Hausgeld, Rücklage und anstehenden Beschlüssen. Wer geplante Sonderumlagen verschweigt, riskiert die Rückabwicklung.

  4. 4

    Besichtigungen und Käuferprüfung

    Woche 4–10

    Einzeltermine, Finanzierungsbestätigung vor der Preisverhandlung, und bei Eigentümergemeinschaften: Interessenten die Protokolle früh zeigen, das schafft Vertrauen und filtert Abspringer.

  5. 5

    Notar, Zahlung, Übergabe

    Woche 10–18

    Kaufvertrag mit zwei Wochen Vorlauf, nach Beurkundung vier bis acht Wochen bis zur Kaufpreiszahlung. Bei der Übergabe: Zählerstände, Schlüssel (auch Keller, Briefkasten, Tiefgarage) und die Verwalterunterlagen.

Diese 9 WEG-Unterlagen brauchen Sie

Käufer wollen sie sehen, Banken verlangen sie für die Finanzierung. Wer sie erst nach der Käuferfrage besorgt, verliert Wochen. Die meisten erhalten Sie bei der Hausverwaltung, den Grundbuchauszug beim Grundbuchamt.

Tipp: Fordern Sie die Unterlagen gebündelt bei der Verwaltung an (Bearbeitungszeit meist 1 bis 2 Wochen, teils gegen Gebühr) und prüfen Sie die Protokolle selbst auf beschlossene oder diskutierte Sonderumlagen, bevor ein Käufer es tut.

Vermietet oder frei verkaufen?

Die wichtigste Weiche für Preis und Käuferkreis.

Frei (selbstgenutzt oder leer)

  • Selbstnutzer und Anleger bieten mit: größter Käuferkreis
  • In der Regel 15 bis 25 % höherer Preis
  • Bei vorheriger Vermietung: Auszug abwarten oder Aufhebungsvereinbarung

Mit laufendem Mietvertrag

  • Sofort verkaufbar, Mieteinnahmen bis zur Übergabe
  • Nur Kapitalanleger als Käufer, Preis nach Rendite
  • Kauf bricht nicht Miete (§ 566 BGB), Sperrfristen bei Eigenbedarf

Alle Details inklusive Kündigungsregeln und Aufhebungs-Strategie: Vermietete Wohnung verkaufen.

Häufige Fragen zum Wohnungsverkauf

Was muss ich beim Verkauf einer Eigentumswohnung beachten?

Die drei Wohnungs-Spezifika: vollständige WEG-Unterlagen (ohne sie platzt die Käufer-Finanzierung), transparente Angaben zu Hausgeld und Rücklage sowie der Blick in die Beschluss-Sammlung auf anstehende Sonderumlagen. Der Rest folgt dem normalen Verkaufsablauf.

Vermietet oder leer verkaufen: Was bringt mehr?

Leerstehend erzielen Wohnungen in der Regel 15 bis 25 Prozent mehr, weil Selbstnutzer mitbieten. Vermietet kaufen fast nur Kapitalanleger, die nach Rendite rechnen. Ein Mietverhältnis endet aber nicht durch den Verkauf: Kauf bricht nicht Miete (§ 566 BGB), und nach dem Kauf gelten Kündigungssperrfristen bei Eigenbedarf.

Zählt das Hausgeld beim Verkauf?

Indirekt stark: Ein hohes Hausgeld schmälert die Rendite-Rechnung von Anlegern und das Budget von Selbstnutzern. Eine gut gefüllte Instandhaltungsrücklage wirkt dagegen wertsteigernd, denn sie senkt das Risiko von Sonderumlagen. Beides gehört ehrlich ins Exposé.

Brauche ich die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft?

Nur wenn die Teilungserklärung eine Verwalterzustimmung (§ 12 WEG) vorsieht, was bei älteren Teilungserklärungen häufig ist. Der Notar prüft das und holt die Zustimmung ein; rechnen Sie dafür ein bis drei Wochen zusätzlich ein.

Welche Kosten fallen beim Wohnungsverkauf an?

Dieselben Posten wie beim Haus: ggf. Maklerprovision (geteilt), Energieausweis, Lastenfreistellung, eventuell Vorfälligkeitsentschädigung. Wohnungsspezifisch kommen Kopien der Verwalterunterlagen und ggf. die Gebühr für die Verwalterzustimmung (meist 50 bis 300 €) hinzu.

Wie lange dauert der Verkauf einer Wohnung?

Marktnah bepreiste Wohnungen in gefragten Lagen verkaufen sich in drei bis fünf Monaten inklusive Notarabwicklung. Vermietete Objekte und Wohnungen mit hohem Hausgeld brauchen länger, weil der Käuferkreis kleiner ist.

Was ist Ihre Wohnung wert?

Kostenlose Ersteinschätzung mit Mikrolage-Faktoren, in zwei Minuten und ohne Registrierung.

Stand: August 2026 · Rechts-Abschnitte (WEG, Mietrecht): fachliche Prüfung folgt mit Reviewer-Onboarding · Quellen: § 566 BGB, § 12 WEG, § 577a BGB